Wahlplakate Teil 3: So beeinflussen sie uns unbewusst – Strache

Ein herzliches Hallo,
wir sind mitten in der Nationalratswahl und deshalb erhalten Sie zur Zeit öfter Post von uns. Aus Profiling-Sicht sind die aktuellen Wahlplakate der wahlwerbenden Parteien natürlich sehr interessant.

Heute finden Sie hier eine kurze Analyse zu einem Wahlplakat von Heinz-Christian Strache.

“Ich habe trainiert, das, was ich sehe, auch wahrzunehmen.”
(Sherlock Holmes)

Was löst ein Bild bei uns aus, wenn wir es ansehen?

Uns geht es nicht um Bildsprache oder Inhalte, sondern rein um die “Sprache der Mimik” und was diese bei uns auslöst.

Schauen Sie sich die beiden Fotos genau an.
Wie wirkt das rechte Foto auf Sie (entnommen aus der aktuellen Wahl-Kampagne 2017).
Wirkt dieses Foto auf Sie freundlich, ansprechend, angenehm, ärgerlich, irritierend, zielorientiert, fokussiert, nachdenklich?
Wir haben uns das rechte Foto als Profilerinnen ganz genau angesehen.

Um eine Veränderung der Mimik feststellen zu können, brauchen wir immer ein Vergleichsbild, dies ist hier das linke Foto.
Auf dem rechten Foto hat Heinz-Christian Strache seinen Kopf ganz leicht erhoben, erkennbar am leicht vorgestreckten und erhobenen Kinn. Das Kinn strecken wir dann vor, wenn wir ein Ziel erreichen wollen oder ärgerlich sind.
Zusätzlich sind seine Augenbrauen leicht nach oben gezogen, was in der Kombination mit dem Kinn leicht überheblich wirkt.
Sein unteres Augenlid ist angespannt – damit verbinden wir Fokussierung, Konzentration oder auch kontrollierten Ärger.
Durch die Belichtung beim Fotografieren erscheint die Unterlippe sehr schmal und hell. Schmale und vor allem eine helle Unterlippe sind ein Hinweis auf Ärger.
In der Kombination hochgezogene Augenbrauen und angespanntes unteres Augenlid, plus leicht vorgerecktes Kinn und der hellen Unterlippe entsteht insgesamt der Eindruck von unterdrücktem oder kontrolliertem Ärger.
Über die Spiegelneuronen löst dieser Gesichtsausdruck auch bei den BetrachterInnen unbewusst die Emotion Überheblichkeit und Ärger aus – in milderer, abgeschwächter Form. 

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